Düsterer Abend

Die Sonne versinkt in Rottönen im Nichts. Das Licht verschwindet. Die Farben werden matt. Ein erst zarter Blauschimmer wird übermächtig und wandelt die Welt in schwarze Ödnis. Licht durchbricht die Dunkelheit.

Die Elstern verstummen, Ruhe kehrt ein. Wolkenfetzen am Himmel verdecken die aufkeimenden Sterne. Fahl hängt der Mond als schmale Sichel am Himmel. Finsternis umhüllt ihn, streitet mit dem leichten Lichtschein um die Nacht.

 

17.9.07 20:32, kommentieren

Endliche Weite

Ruhe, aber keine Stille. In der sanften Dünung treiben Fadenalgen, leuchtend grün. Auf dem weichen Grund vereinzelte Ansammlungen von kleinen Muscheln. Fast scheint es, als hätten sie sich zufällig ringförmig niedergelassen. Sanft brechen sich vereinzelte Sonnenstrahlen im Wasser. Je tiefer man sinkt, desto weniger sieht man sie. Die leuchtenden Farben verschwinden. Ein leichter Blaustich verdrängt den gelben Unterton des Grundes und der Wasserpflanzen. Das Wasser ist leicht trüb, dennoch ist die Sicht weitschweifig. Mitten im Wasser ein aufrecht stehender Stamm mit leichten Verästelungen, gesäumt von wallendem Seegras. Muscheln bedecken das Holz nahtlos, halten das morsche Holz zusammen. Fische über mir, unter mir, zu meiner Seite. Schwereloses Gleiten im Zwielicht. Ruhe, aber keine Stille. Einkehr ins Ich. Nicht ist mehr wichtig. Nur der Moment ist noch von Bedeutung. Atmen. Schweben. Freiheit.

16.9.07 19:11, kommentieren

Hellblaue Abendstunde

Hellblau, beinahe mit einem grünlichen Schimmer sieht der Himmel aus. Die Sonne sinkt, nimmt das Licht mit sich und die Dämmerung legt sich über die Welt. Zumindest über den Teil der Welt, in dem ich lebe.

Das Wetter hat sich gebessert diese Woche. Von einstelligen Gradzahlen nähert sich das Thermometer jetzt dem zweistelligen Bereich. Um die 17 Grad soll es heute gehabt haben. Hoffentlich hält das an bis zum Wochenende, auch wenn es am kalten Bodensee sicherlich nichts ändert. Dunkel und trüb ist es in 25 Metern tiefer so oder so.

Ich renne momentan von Termin zu Termin. Dem Wirtschaftsminister von Baden-Württemberg die Hand schütteln und ähnliches. Ein paar freie Tage wären schön. Die letzten hatte ich im März, als ich mit einer Virusgrippe drei Wochen darnieder lag. Und das mitten in den Vorbereitungen auf ein Konzert. Zittern bis zum Schluß, ob ich überhaupt auftreten können würde.

Auf den Bodensee bin ich gespannt. Stille Tiefe, Kälte. Düsternis. Was erwartet mich dort unten? Eine Begegnung mit dem eigenen Ich?

13.9.07 19:48, kommentieren

Neues Blog, neues Glück?

Es fragt sich, ob es sich lohnt, ein Blog anzufangen. Wer sollte es lesen? Soll es überhaupt jemand lesen? Aber als Medium, um anderen in der Ferne mitteilen zu können, was man im Moment so alles anstellt, sicherlich praktisch. Aber bin ich gerade im Ausland? Nein, immer noch zuhause. Es sind Semesterferien, ich arbeite seit etwas mehr als zwei Wochen bei einer kleinen Lokalzeitung, beobachte Menschen, schreibe, nehme Außentermine wahr, berichte darüber. Beobachten ist beinahe das wichtigste, aber auch Reden. Die Leute ausfragen, Informationen aus ihnen herauskitzeln. Meistens scheint man aber kaum fragen stellen zu müssen. Man muß nur sagen, wer man ist und noch viel mehr, von welcher Zeitung man kommt. Die meisten Leute fangen dann von alleine mit dem Erzählen an. Das einzige, was man dann noch machen muß, ist es aufzuschreiben. Und zwar so, daß der Leser sich für den Text interessiert, ihn im besten Fall bis zum Schluß liest. Doch wie schreibt man einen guten Text? Wie weckt man das Interesse?

10.9.07 23:38, kommentieren

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