Endliche Weite

Ruhe, aber keine Stille. In der sanften Dünung treiben Fadenalgen, leuchtend grün. Auf dem weichen Grund vereinzelte Ansammlungen von kleinen Muscheln. Fast scheint es, als hätten sie sich zufällig ringförmig niedergelassen. Sanft brechen sich vereinzelte Sonnenstrahlen im Wasser. Je tiefer man sinkt, desto weniger sieht man sie. Die leuchtenden Farben verschwinden. Ein leichter Blaustich verdrängt den gelben Unterton des Grundes und der Wasserpflanzen. Das Wasser ist leicht trüb, dennoch ist die Sicht weitschweifig. Mitten im Wasser ein aufrecht stehender Stamm mit leichten Verästelungen, gesäumt von wallendem Seegras. Muscheln bedecken das Holz nahtlos, halten das morsche Holz zusammen. Fische über mir, unter mir, zu meiner Seite. Schwereloses Gleiten im Zwielicht. Ruhe, aber keine Stille. Einkehr ins Ich. Nicht ist mehr wichtig. Nur der Moment ist noch von Bedeutung. Atmen. Schweben. Freiheit.

16.9.07 19:11

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